Das Root-Verzeichnis

September 2017

Schon mal etwas vom Root-Verzeichnis gehört? Für Windows und unixoide Betriebssysteme wie Linux und Android finden Sie in diesem Artikel die wichtigsten Grundlagen rund um das Root-Verzeichnis.


Das Root-Verzeichnis als Stammverzeichnis

Bei einigen Betriebssystemen gibt es einen Ordner, der den Namen root trägt. Dieser Ordner dient dem Nutzer als Heimverzeichnis. Der Begriff steht jedoch für das Stamm- oder auch Wurzelverzeichnis des Betriebssystems.

Bei Windows entspricht das Stammverzeichnis standardmäßig der C-Festplatte. Bei unixoiden Betriebssystemen hingegen, wie Linux, Unix und Android, entspricht das Root-Verzeichnis dem Pfad "/".

Anders als bei Windows handelt es sich bei dem Stammverzeichnis eines unixoiden Betriebssystems nicht automatisch um die Systemfestplatte. Vielmehr entspricht "/" einem Abbild der Systemplatte samt virtueller Ordner und Dateien, die nur während der Betriebszeit des Systems vorhanden sind oder als Schnittstellen zu anderen Geräten, beispielsweise einem CD/DVD-Laufwerk, agieren. Daher können auch andere Festplatten und Partitionen, innerhalb des Root-Verzeichnisses eingebunden werden.

Dateien und Ordner im Root-Verzeichnis (Windows)

Abhängig vom Betriebssystem enthält das Stammverzeichnis verschiedene Arten von Dateien und Ordnern. Windowssysteme sind allgemein einfacher gehalten. Dies liegt neben dem übertriebenen Gebrauch von Unterordnern auch daran, dass Windows Vista und jüngere Versionen eine versteckte Partition verwenden. Sie enthält viele wichtige Dateien des Betriebssystems und ist für den Bootvorgang und die Systemwiederherstellung wichtig. In der Regel existieren im Stammverzeichnis "C:" lediglich folgende Ordner und Dateien:


Windows-Ordner: Im Windows-Ordner und seinen Unterordnern befinden sich die wichtigen Funktionen von Windows. Nutzerdaten werden hier nicht gesichert.

Benutzer/User-Ordner: Dieser Ordner enthält sämtliche Dateien und Ordner, die den jeweiligen Nutzern gehören.

Programme-Ordner: Abhängig davon, ob Sie ein 64- oder 32-Bit-Windows benutzen, werden Sie einen oder zwei Ordner mit dem Namen Programme finden. Beinahe alle Programme nutzen diese Ordner als primären Installationsort.

Dateien und Ordner im Root-Verzeichnis (unixoid)

Anders als bei Windows ist das Stammverzeichnis von unixoiden Systemen komplexer aufgebaut.


bin In diesem Ordner werden Programme bereitgehalten, die für die eigentliche Funktion der Distribution notwendig sind.
bootDieser Ordner kann, muss aber nicht, auf eine andere Festplatte verweisen. Hier sind der Kernel und oft ein Großteil des Bootloaders abgelegt.
devAlle Gerätedateien werden in diesem Ordner abgelegt.
etcHier wird die Systemkonfiguration gespeichert.
homeDieser Ordner entspricht dem Benutzer-Ordner von Windows. Allerdings wird hier nicht der Ordner des Systemadministrators gelagert.
libDieser Ordner kann in der 32- und 62-Bit-Ausführung existieren. Hier befinden sich wichtige Bibliotheken, die für die Ausführung der Programme und des Systems wichtig sind.
procDieses Verzeichnis fungiert als Schnittstelle zum Kernel und allen ausgeführten Programmen.
sbinÄhnlich dem Ordner "/bin" werden hier ebenfalls wichtige Programme vorgehalten. Der Unterschied besteht darin, dass die Programme in "/sbin" allein für den Systemverwalter reserviert sind.
tmptmp ist eine Abkürzung für temporär. Jeder Nutzer und jedes Programm kann hier provisorisch Daten ablegen.
usrHier sind nahezu alle Programme, die vom Nutzer installiert werden.
varHier werden Logs bereitgestellt.
optHier werden Programme installiert, die nicht zur Distribution gehören.

Foto: © johan2011 - 123RF.com

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Erstellt von Hay-Tun. Letztes Update am 3. August 2017 06:57 von SilkeCCM.
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