Die FTP-Befehle

November 2017
Sicher haben Sie schon einmal von einem FTP-Server gehört. Hier erklären wir Ihnen, was FTP bedeutet und welche Befehle es dafür gibt.


Das FTP-Protokoll

FTP (File Transfer Protocol) ist ein Protokoll, also eine standardisierte Kommunikationssprache zwischen zwei Maschinen, die es Maschinen verschiedenen Typs (oder mit verschiedenen Betriebssystemen) erlaubt, Dateien in ein Netz zu übertragen, das unter TCP/IP funktioniert.

FTP arbeitet in einer sogenannten Client-Server-Umgebung, das heißt dass die entfernte Maschine als Server konfiguriert ist und infolgedessen darauf wartet, dass eine andere Maschine einen Dienst anfordert. Unter Unix wird der Dienst von einem sogenannten Dämon geleistet, einer kleinen Aufgabe, die im Hintergrund abläuft. Der FTP-Dämon heißt ftpd.


Es gibt zahlreiche Client-Programme, manche sind in Kontrollleitung, (zum Beispiel der ftp-Befehl, der standardmäßig unter vielen Betriebssystemen implementiert ist), aber die große Mehrheit erlauben die Handhabung von Dateien unter einer Grafik-Schnittstelle (CuteFTP zum Beispiel), wodurch die Übertragung von Dateien benutzerfreundlicher ist.

Mit dem FTP-Protokoll kann eine Datei auf einmal in beiden Richtungen ausgetauscht werden - zwischen der Client-Maschine (diejenige, die die Verbindung eingeführt hat, also die anrufende Maschine) und der Server-Maschine (diejenige, die den FTP-Dienst liefert, also die angerufene Maschine). Das FTP-Protokoll erlaubt ebenfalls andere Handlungen, wie die Erstellung und das Löschen von Verzeichnissen (unter der Voraussetzung, dass diese leer sind), das Auflisten, Löschen und Umbenennen von Dateien usw.

Protokoll und Implementierung

Die Begriffe Protokoll und Implementierung sind nicht zu verwechseln. Ein Protokoll ist eine Reihe von Regeln und Verfahren, die definiert worden sind, um die Kommunikation zu standardisieren. Dagegen ist die Implementierung eine Software-Programmierung, die den Empfehlungen des Protokolls (mehr oder weniger gut) folgt.

So wurde der Befehl ftp schnell unter zahlreichen Plattformen implementiert, das heißt an die FTP-Protokoll-Spezifizierungen angepasst.

Start einer FTP-Sitzung

Der ftp-Befehl ist standardmäßig auf unterschiedlichen Systemen verfügbar, darunter Windows, Linux und Unix. Der Befehl, der eine FTP-Sitzung einleitet, ist meist folgender:

ftp Name_des_Servers


Name_des_Servers stellt den Namen oder die IP-Adresse der entfernten Maschine dar, an die man sich anschließen möchte. Dafür muss die Ziel-Maschine natürlich über einen FTP-Dienst verfügen.

Während der Verbindungsinitialisierung erscheint eine gewisse Anzahl von Textzeilen auf dem Bildschild. Die erste Zeile weist darauf hin, dass Sie mit einem FTP-Server verbunden sind, die folgenden Zeilen bilden ein Willkommenswort, das den FTP-Website-Typen angeben kann, um den es sich handelt (zum Beispiel welche Dateiart sie beherbergt oder der Organismus, dem er angehört), oder Empfehlungen für die Benutzer.

Im FTP fängt jede Zeile mit einer Nummer an, die das Fehlschlagen oder den Erfolg einer Operation kodiert. Im Falle des Willkommenswortes geht der Zeile zum Beispiel die Nummer 220 voraus, was bedeutet, dass der Dienst für den neuen Benutzer bereitsteht.

Der Server fordert Sie auf, ihren Benutzernamen einzugeben (auch Login oder Benutzeridentifizierung genannt), um das Zugriffsrechte zu bestimmen (wie das Schreib- oder Leserecht). Nach Validierung fordert Sie eine Zeile, die mit der Nummer 331 beginnt, auf, Ihr Passwort (password) einzugeben. Dieses ist verschleiert, das heißt dass es am Bildschirm nicht erscheint.

Es kann sein, dass der Server öffentlich ist. In diesem Fall kann der Zugriff anonym erfolgen, es wird dann als Login anonymous eingegeben. Auf öffentlichen Servern ist es üblich, dass der Benutzer seine E-Mail-Adresse als Passwort eingibt, aber Sie haben da freie Wahl.

Bei der Validierung des Passworts gibt eine Meldung an, ob die Verbindung eingerichtet wurde oder nicht. In letzterem Fall werden dafür die Gründe angegeben (die Webseite kann zum Beispiel ihre Benutzergrenze erreicht haben, dann erscheint die Nachricht No more user access allowed).

Sobald die Verbindung erstellt ist, erwartet die FTP-Webseite Befehle vom Benutzer, die die Aktionen beschreiben, die vorgenommen werden sollen.

FTP-Befehle

Hier ist eine Liste der wichtigsten FTP-Befehle:


BefehlBeschreibung
helpZeigt alle vom FTP-Server unterstützten Befehle an.
StatusErlaubt es, gewisse Parameter der Client-Maschine anzuzeigen.
binaryDieser Befehl veranlasst den Übergang vom ASCII-Modus (Versand von Textdokumenten) zum Binary-Modus (Dateiversand im binären Modus, das heißt von Dateien, die keine Textdateien sind, wie Bilder und Programme).
asciiGeht vom Binary-Modus in den ASCII-Modus über. Dieser Modus ist die Standardeinstellung.
TypZeigt den aktuellen Transfermodus (Binary oder ASCII) an.
userErmöglicht bei laufender FTP-Seite erneut eine Sitzung zu öffnen mit einem anderen Benutzernamen. Ein neues Passwort wird angefordert.
lsErlaubt es, die im geöffneten Verzeichnis befindlichen Dateien aufzulisten. Der Befehl ls -l zeigt zusätzliche Informationen über diese Dateien an.
pwdZeigt den vollständigen Namen des offenen Verzeichnisses an.
cdDieser Befehl bedeutet change directory und ermöglicht, das laufende Verzeichnis zu wechseln. Der Befehl </bold>cd.. erlaubt, zum Verzeichnis der nächsthöheren Ebene zu gelangen.
mkdirDer Befehl <bold>mkdir unter Unix oder md unter dem Microsoft-System erlaubt es, einen Ordner in dem geöffneten Ordner zu erstellen. Der Zugang zu diesem Befehl ist Benutzern vorbehalten, die ein entsprechendes Zugriffsrecht besitzen.
rmdirDer Befehl rmdir unter Unix oder rd unter dem Microsoft-System erlaubt es, einen Ordner in dem geöffneten Ordner zu löschen. Der Zugang zu diesem Befehl ist Benutzern vorbehalten, die ein entsprechendes Zugriffsrecht besitzen.
getDieser Befehl ermöglicht es, eine Datei zu erhalten, die sich auf dem Server befindet.
  • Wenn auf den Befehl ein Dateiname folgt, so wird die entfernte Datei auf den lokalen Rechner in das geöffnete lokale Verzeichnis übertragen.
  • Wenn auf den Befehl zwei Dateinamen folgen, so wird die entfernte Datei (der erste Name) auf den lokalen Rechner in das geöffnete lokale Verzeichnis mit dem angegebenen Dateinamen (der zweite Name) übertragen.

Falls der Dateiname Leerzeichen enthalten sollte, so muss er unter Anführungszeichen eingegeben werden.
putDieser Befehl erlaubt es, eine lokale Datei auf den Server zu senden.
  • Wenn auf den Befehl ein Dateiname folgt, so wird die lokale Datei auf dem Server in das geöffnete entfernte Verzeichnis übertragen.
  • Wenn auf den Befehl zwei Dateinamen folgen, so wird die lokale Datei (der erste Name) auf den Server in das geöffnete entfernte Verzeichnis mit dem angegebenen Dateinamen (der zweite Name) übertragen.

Falls der Dateiname Leerzeichen enthalten sollte, so muss er unter Anführungszeichen eingegeben werden.
openSchließt die derzeitige Sitzung und öffnet eine neue Sitzung auf einem anderen FTP Server.
closeSchließt die derzeitige Sitzung und lässt die FTP-Client-Software aktiv.
byeLoggt die Client-Software vom FTP-Server aus und versetzt sie in einen inaktiven Zustand.
quitLoggt die Client-Software vom FTP-Server aus und versetzt sie in einen inaktiven Zustand.

Foto: © 1tjf - 123RF.com

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Letztes Update am 21. Oktober 2017 03:44 von SilkeCCM.
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