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Huawei-Managerin in Kanada verhaftet

Haykel Jouini - 7. Dezember 2018 - 14:47
Huawei-Managerin in Kanada verhaftet
Der Konzern soll US-Sanktionen gegen den Iran umgangen haben. Meng Wanzhou könnte in die USA ausgeliefert werden.

(CCM) — Die Finanzchefin des chinesischen Telekommunikationsausrüsters und Smartphone-Herstellers Huawei, Meng Wanzhou, ist während eines Zwischenstopps in Kanada festgenommen worden. Wie die New York Times berichtet, droht der Managerin eine Auslieferung in die USA. Meng ist zudem die Tochter des Huawei-Gründers.

Das kanadische Justizministerium gab keine Einzelheiten zu den Hintergründen der Verhaftung bekannt. Ein Ministeriumssprecher erklärte, Meng habe ein Veröffentlichungsverbot gefordert und dementsprechend dürften keine weiteren Informationen mitgeteilt werden.


Der republikanische US-Senator Ben Sasse vermutet eine Verbindung zwischen der Verhaftung Mengs und den US-Sanktionen gegen den Iran. "China arbeitet daran, unsere nationalen Sicherheitsinteressen kreativ zu untergraben. Die Vereinigten Staaten und unsere Verbündeten können nicht tatenlos zusehen. Die Amerikaner sind dankbar, dass unsere kanadischen Partner den Finanzvorstand eines großen chinesischen Telekommunikationsunternehmens wegen Verstoßes gegen die US-Sanktionen gegen den Iran festgenommen haben", erklärte Senator Sasse.

Der US-Geheimdienst beobachtet seit längerer Zeit die Aktivitäten von Huawei. Dem Konzern wird Kooperation mit der chinesischen Regierung vorgeworfen. Die USA warnten wiederholt vor der Verwendung von Huawei-Produkten. Huawei wies in einer Stellungnahme alle Vorwürfe gegen seine Managerin zurück. Die chinesische Botschaft in Ottawa zeigte sich empört über den Vorfall und forderte die sofortige Freilassung Mengs.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau versicherte, es gebe keinen politischen Einfluss auf die Verhaftung der Huawei-Managerin. Experten befürchten nun, dass dieser Vorfall den Handelskrieg zwischen den USA und China weiter verschärfen könnte.

Foto: © testing - Shutterstock.com

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