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BGH: Facebook-Konto ist vererbbar

Haykel Jouini - 12. Juli 2018 - 15:28
BGH: Facebook-Konto ist vererbbar
Eine Mutter hat das Recht bekommen, auf das Konto ihrer bei einem Unfall verstorbenen Tochter zuzugreifen.

(CCM) — Facebook muss Erben den Zugriff auf das Konto des Verstorbenen ermöglichen. Das hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe am Donnerstag entschieden.


Damit ging der juristische Kampf einer Mutter gegen Facebook erfolgreich zu Ende. Ihre Tochter war im Jahr 2012 nach einem mysteriösen U-Bahn-Unfall ums Leben gekommen. Mit dem Zugriff auf das Facebook-Konto der verstorbenen Tochter erhofft sich die Mutter Klarheit über deren Tod. Man weiß bis heute nicht, ob es sich um einen normalen Unfall oder einen Suizid handelt. Das soziale Netzwerk wollte das Konto nicht freigeben, um die privaten Nachrichten zwischen dem Mädchen und deren Freunden zu schützen.

Analoge Dokumente wie Tagebücher und persönliche Briefe seien ohne weiteres vererbbar, erklärten die Richter. Es bestehe aus erbrechtlicher Sicht kein Grund dafür, digitale Inhalte anders zu behandeln. Die verstorbene Tochter habe zudem mit dem sozialen Netzwerk einen Nutzungsvertrag geschlossen und die Eltern seien als Erben in diesen Vertrag eingetreten.

Facebook hatte das betroffene Konto nach dem Tod des Mädchens in den sogenannten Gedenkzustand versetzt. Konten im Gedenkzustand können nur von einem Nachlasskontakt geöffnet werden, der vom Kontoinhaber zu Lebzeiten ausgewählt wurde.

Foto: © Pixabay.
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