WhatsApp: Behörden dürfen mitlesen

HaykelTech - 23. Juni 2017 - 16:33

WhatsApp: Behörden dürfen mitlesen

Ein neues Gesetz erlaubt es den Behörden, WhatsApp-Kommunikationen mittels Spionagesoftware zu überwachen.

(CCM) — Der Deutsche Bundestag hat das umstrittene WhatsApp-Gesetz verabschiedet. Sicherheitsbehörden dürfen künftig alle verschlüsselten Kommunikationen via WhatsApp mitlesen bzw. abhören.

Das neue Gesetz erlaubt den Ermittlern, auf der Grundlage eines rechtlichen Beschlusses Spionagesoftware heimlich in das Smartphones eines Verdächtigen einzuschleusen. Dabei nutzen die Behörden alle Sicherheitslücken in den diversen Betriebssystemen aus. Anhand solcher Programme kann dann die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung problemlos umgangen werden.



Die Überwachung soll die Sicherheitsbehörden bei der Kriminalitätsbekämpfung unterstützen. "Wir beobachten immer öfter, dass Kriminelle verschlüsselt kommunizieren. Für die Behörden wird es dadurch immer schwerer, auch schwerste Straftaten aufzuklären", erklärte Bundesinnenminister Thomas de Maizière.

Es gibt allerdings viel Kritik an dem neuen Gesetz. Die Grünen und die Linken halten es für einen massiven Eingriff in die Bürgerrechte und lehnen die Neuregelung deshalb strikt ab. "Das ist ein Hau-Ruck-Verfahren, das unzulässig ist, wenn es darum geht, ein Gesetz zu machen, das mehr als damals der große Lauschangriff in die Grundrechte der Bürger eingreift", sagte der Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele. Seine Partei hat bereits eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe angekündigt.

Auch der Verband Bitkom hat seine Bedenken bezüglich des Gesetzes geäußert. "Bei der jetzt beabsichtigten Ausweitung der Quellen-Überwachung müssen technologische Sicherheitslücken und Schwachstellen genutzt oder geschaffen werden, die zum Beispiel auch von organisierten Cyberkriminellen genutzt werden können", kritisierte der Digitalverband.

Foto: © Pixabay.
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