Gesichtserkennung bald überall?

HaykelTech - 13. Juni 2017 - 16:34

Gesichtserkennung bald überall?

Die Technologie soll zur Terrorbekämpfung beitragen, könnte aber die Privatsphäre der Bürger gefährden.

(CCM) — Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will Software zur Gesichtserkennung künftig nicht nur an Bahnhöfen, sondern auch an mehreren Orten bundesweit einsetzen. Die erste Testphase soll noch in diesem Sommer eingeleitet werden.

"Wenn die Software wirklich zuverlässig funktioniert, sollte sie bei schweren Verbrechen auch an anderen Stellen zum Einsatz kommen können, an denen öffentliche Videokameras eingesetzt werden", sagte de Maizière gegenüber dem Berliner Tagespiegel. Die Technologie soll dabei helfen, Terroristen, Gefährder und Kriminelle zu lokalisieren und rechtzeitig zu fassen.



Der Bundesinnenminister fordert zudem, dass deutsche Sicherheitsbehörden auf verschlüsselte Kommunikationsdienste wie WhatsApp zugreifen dürfen. "Wir wollen, dass Messenger-Dienste eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung haben, damit die Kommunikation unbescholtener Bürger ungestört und sicher ist. Trotzdem brauchen Sicherheitsbehörden, wie bei einer SMS auch, unter bestimmten Voraussetzungen Zugriffsmöglichkeiten", erklärte de Maizière.

Gegenwind gibt es bereits jetzt. So ist der Chef der Polizeigewerkschaft Oliver Malchow zwar für den Zugriff auf verschlüsselte Kommunikationsanwendungen, warnt aber vor Übertreibung bei der Verwendung neuer Technologien. "Bei der automatischen Gesichtserkennung geht es um einen Probedurchlauf, den sollte man erst einmal abwarten. Aber es wäre ein sehr deutlicher Eingriff in die Rechte der Bürger und deshalb muss man damit behutsam umgehen. Nicht alles, was technisch möglich ist, sollte gemacht werden", erklärte Malchow im Interview mit dem Münchner Merkur.

Foto: © Pixabay.
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