Haftbefehl gegen Samsung-Chef abgelehnt

HaykelTech - 20. Januar 2017 - 16:43

Haftbefehl gegen Samsung-Chef abgelehnt

Dem Südkoreaner werden Bestechung, Veruntreuung und Meineid vorgeworfen. Genug Beweise gibt es dafür aber nicht.

(CCM) – Ein Bezirksgericht in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul hat den Antrag der Staatsanwaltschaft auf einen Haftbefehl gegen den Samsung-Erben und inoffiziellen Chef Lee Jae-Yong zurückgewiesen, wie Reuters berichtet. Die Richter rechtfertigten ihr Urteil damit, dass es keine ausreichenden Beweise gebe, um einen Haftbefehl gegen den 48-jährigen zu erlassen. Samsung ist in einen Skandal um Einflussnahme auf die südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye verwickelt.

Samsung soll rund 34,5 Millionen Euro an eine Stiftung gezahlt haben, die von Parks langjähriger Vertrauten Choi Soon-sil geführt wird. Choi soll als Gegenleistung dafür, ihre Beziehung zur südkoreanischen Präsidentin genutzt haben, um eine Fusion innerhalb des Samsung-Imperiums zu legitimieren.



Samsung hatte Anfang der Woche die Vorwürfe zurückgewiesen und behauptet, keine Gegenleistung für seine Spenden verlangt zu haben. Neben Lee stehen auch mehrere Samsung-Manager unter Verdacht. Ihnen droht zunächst keine Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft glaubt jedoch weiterhin an eine Verwicklung Lees in den Korruptionsskandal und kündigte an, die Ermittlungen fortzuführen.

Samsung ist das größte Unternehme Südkoreas und der wichtigste Exporteur. Große Wirtschaftsverbände in Südkorea setzen sich gegen eine Verhaftung Lees ein, da Samsung so bedeutsam für Südkorea und dessen Wirtschaft ist.

Foto: © JPstock - Shutterstock.com
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