Hirnforschung: Fehlerhafte Software

grasil am Donnerstag 7. Juli 2016 01:02:38

Hirnforschung: Fehlerhafte Software

Zehntausende Aufnahmen könnten durch Datenfehler falsch interpretiert worden sein, warnen schwedische Forscher.

(CCM) — Funktionelle Magnetresonanztomographie, kurz fMRT, ist ein wichtiger Bestandteil der neurowissenschaftlichen Forschung. Nun hat ein Team der schwedischen Universität Linköping herausgefunden, dass die übliche Software, mit der fMRT-Aufnahmen ausgewertet werden, erhebliche Fehler aufweist.

So zeigte die Software häufig Hirnaktivität an, wo gar keine vorhanden war. Die Quote dieser sogenannten False Positives lag bei bis zu 70 Prozent. Im normalen Bereich wäre eine Fehlerquote von fünf Prozent. Die geprüften Software-Pakete nennen sich SPM, FSL und AFNI. Sie machen die unterschiedlich starken Magnetfelder sichtbar, die sauerstoffreiches und sauerstoffarmes Blut aufweisen. Aus einzelnen gemessenen Bildpunkten werden im dreidimensionalen Raum größere Cluster gebildet. Die Ungenauigkeit kommt daher, dass die Software Cluster - möglicherweise falsch - selbst definiert, wenn sie nicht der erwarteten Verteilung entsprechen.

Auch Ergebnisse aus rund 40.000 Studien der Hirnforschung, die auf dieser Messmethode beruhen, stehen damit auf dem Prüfstand, denn Neurowissenschaftler ziehen aus der Durchblutung und damit Aktivierung bestimmter Gehirnareale bei verschiedenen Tätigkeiten oder Emotionen Schlüsse über das menschliche Verhalten. Die schwedischen Forscher empfehlen, die Auswertung der Daten durch modernere Grafikkarten und längere Rechenzeit zu verbessern.

Photo: © Triff - Shutterstock.com


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