NSA bekommt weniger Daten als angenommen

Hay-Tun am Donnerstag 18. Februar 2016 10:19:04

NSA bekommt weniger Daten als angenommen

Die NSA bekommt offenbar weniger Internetdaten über die Auslandskommunikation von US-Bürgern als bisher angenommen.

Das geht aus als Top-Secret eingestuften Dokumenten des NSA-Generalinspekteurs hervor, die der New York Times vorliegen. Konkret geht es um Überwachungsmaßnahmen im Rahmen des Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA). Bisher hatten Datenschützer angenommen, dass Internetprovider alle Daten, die sie durch ihre Netze leiten, unbegrenzt an die NSA weitergeben. In Wahrheit kommen dort aber wohl nur E-Mails an, die aus bestimmten Ländern verschickt werden.

Obwohl die Dokumente, die die NYT durch eine Klage nach dem Freedom of Information Act erhalten hat, in weiten Teilen geschwärzt sind, enthalten sie auch lesbare Absätze, die die Kooperation zwischen NSA und Anbietern beschreiben. Demnach übermittelt der Geheimdienst sogenannte Selektoren zu ihren Zielen im Ausland, wie etwa E-Mail-Adressen. Die Netzwerkbetreiber scannen ihre Rohdaten schließlich nach diesen Stichworten und übergeben nur entsprechende E-Mails. Das US-Gesetz FISA erlaubt dem US-Auslandsgeheimdienst, Kommunikation in den USA auch ohne Erlaubnis abzuhören, solange die Zielperson kein US-Bürger ist.

Wie die NSA mit Kommunikation zwischen Personen außerhalb der USA umgeht, die durch US-Netze geleitet wird, geht aus den Dokumenten nicht hervor. NSA-Insidern zufolge ist sie nicht durch US-Gesetze geschützt und kann deswegen ohne Einschränkung abgefangen werden.

Foto: © Wikimedia.


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