Google und NASA stellen Quantencomputer vor

Hay-Tun am Donnerstag 10. Dezember 2015 15:59:38

Google und NASA stellen Quantencomputer vor

Google und die NASA haben ihre Fortschritte im Bereich Quantencomputing präsentiert.

Derzeit arbeiten der IT-Riese und die US-Raumfahrtbehörde mit einem von Googles Quantum AI Lab gekauften Quantencomputer von D-Wave, der Google zufolge über einen 1000-Qubit-Prozessor verfügt. Ziel ist es, die Forschung in den Bereichen maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz weiterzuentwickeln. Quantencomputer arbeiten im Gegensatz zu den herkömmlichen Digitalrechnern nach den Gesetzen der Quantenmechanik und nicht auf Basis der klassischen Physik und Informatik. Hauptunterschied ist, dass ein Qubit (Quanten-Bit) nicht nur die Zustände „0“ und „1“ kennt, sondern auch beliebige Überlagerungszustände von 0 und 1 zulässt.

Eine Technik, die Google mittlerweile erforscht, ist das Quantum Annealing (Quanten-Abkühlung). Hartmut Neven, Director of Engineering und Chef des Quantum AI Lab, beschreibt es als eine Weiterentwicklung des Simulated Annealing (simulierte Abkühlung), was wiederum ein heuristisches Optimierungsverfahren ist, das bei Optimierungsproblemen verwendet werden kann. „Wir haben festgestellt, dass Quantum Annealing bei Problemstellungen mit fast 1000 binären Variablen das klassische Gegenstück Simulated Annealing klar übertrifft“, erklärt Neven in einem Blogeintrag. „Es ist mehr als zehn hoch acht Mal schneller als die simulierte Abkühlung, die auf einem Prozessorkern ausgeführt wird.“

Für den Markt sind Quantencomputer Neven zufolge allerdings noch nicht reif. Die Formulierung von Problemen auf eine Art und Weise, dass ein Computer in der Lage ist, sie zu lösen, stellt ein Hindernis dar. „Wir müssen die Eingabe in die Maschine vereinfachen“, erklärte Neven. Zu diesem Zweck hat Google ein Hardware-Team gegründet, das neue Quanten-Prozessoren und Supraleiter herstellen soll.

Foto: © Wikimedia/Google.


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