Apple kritisiert britisches Gesetzesvorhaben

Hay-Tun am Mittwoch 11. November 2015 10:52:06

Apple kritisiert britisches Gesetzesvorhaben

Apple hat vor Konsequenzen gewarnt, sollte Großbritannien das geplante Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung verabschieden.

Der von der britischen Innenministerin Theresa May in der vergangenen Woche präsentierte Entwurf des Investigatory Powers Act enthält mehrere, zum Teil Jahrzehnte alte Gesetze und sieht unter anderem eine Vorratsdatenspeicherung vor. Darüber hinaus sieht es ein Ende der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vor.

Apple-CEO Tim Cook stuft eine Passage, die es der britischen Regierung erlaubt, den Einbau von Hintertüren in Systeme zu verlangen, als besonders kritisch ein, wie The Telegraph berichtet. Diese Hintertüren unterliegen darüber hinaus einer strengen Geheimhaltung. Verstöße können mit Freiheitsstrafe bestraft werden.

"Um Nutzer jeglicher Produkte schützen zu können, benötigt man Verschlüsselung. Wir sind von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung überzeugt und nicht von Hintertüren.", erklärte Cook im Gespräch mit The Telegraph. Cook ist dem Bericht zufolge optimistisch, dass die Verabschiedung des Gesetzes mit dem Druck der Öffentlichkeit verhindert werden kann. Allerdings erhält der Investigatory Powers Act zumindest im House of Commons Zustimmung von Abgeordneten der beiden großen Parteien Conservative und Labour.

Apple integriert in seinen iPhones die Messaging-Apps iMessage und Facetime, die eine starke Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bieten und es damit selbst dem Hersteller unmöglich machen, Nachrichten seiner Nutzer zu entschlüsseln. Bereits in der vergangenen Woche hatte Wikipedia-Gründer Jimmy Wales Apple empfohlen, angesichts des Gesetzesvorhabens den Verkauf der iPhones auf der Insel zu stoppen.

Foto:© Pixabay.


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