Facebook bekommt Ärger in Belgien

Hay-Tun am Dienstag 10. November 2015 12:55:56

Facebook bekommt Ärger in Belgien

Ein belgisches Gericht verbietet Facebook, das Surfverhalten von Nicht-Nutzern zu verfolgen.

Ein belgisches Gericht hat dem weltgrößten sozialen Netzwerk verboten, Daten von Nicht-Mitgliedern zu sammeln. Wenn Facebook nicht innerhalb von 48 Stunden reagiere, müsse es eine Strafe in Höhe von 250.000 Euro pro Tag zahlen, entschied das Gericht in Brüssel. Personenbezogene Daten dürften in Belgien nur nach eindeutiger Zustimmung der Nutzer gespeichert werden.

Bei dem Konflikt geht es um das seit Jahren umstrittene Identitäts-Cookie "datr" - eine kleine Datei, die Facebook im Webbrowser speichert. Sie sammelt Informationen über das Surfverhalten von Nutzern auf Seiten, die den Like-Button integriert haben. Die belgische Datenschutzkommission will den Einsatz dieses Cookies verbieten lassen.

Die Datenschützer stören sich daran, dass das datr-Cookie für zwei Jahre auf dem Rechner bleibt, wenn ein Nutzer sein Facebook-Konto kündigt. Die Behörde hatte Facebook im Juni vorgeworfen, es zeichne auch das Surfverhalten von Internetnutzern auf, die auf Facebook-Seiten nach Informationen suchen, ohne Mitglied zu sein. Der Konzern wies die Kritik mehrmals zurück.

Facebook-Sicherheitschef Alex Stamos argumentierte, das datr-Cookie helfe, Fake-Profile zu ermitteln und verhindere Cyberangriffe. Wenn etwa ein Webbrowser binnen fünf Minuten Hunderte Seiten aufrufe, sei das ein Zeichen dafür, dass der Rechner von Hackern gekapert worden sei. Facebook versichert zudem, dass die gesammelten Daten keine Gefahr für die Privatsphäre der Nutzer darstellen.

Foto: © Flickr: mkhmarketing.


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