Europol will Tracking-Daten von Facebook

Hay-Tun am Montag 9. November 2015 15:47:56

Europol will Tracking-Daten von Facebook

Brüssel denkt über eine Reform nach, um Europols Kompetenzen beim Thema Internetüberwachung zu erweitern.

Am 29. September 2015 wendete sich die luxemburgische Regierung, die momentan die Ratspräsidentschaft inne hat, mit einem Schreiben an das Europäische Parlament, die Regierungen der Mitgliedstaaten und die Kommission. Diese drei Parteien verhandeln derzeit in Brüssel über eine Reform der Europäischen Polizeibehörde Europol.

In dem Schreiben wird über ein Treffen mit Vertretern von Europol berichtet und die Wünsche der Polizeibehörde übermittelt: Europol fordert mehr Rechte für seine Internetüberwachungseinheit (Internet Referral Unit). Aus Sicht der Behörde, berichtet die Regierung Luxemburgs, sei es unerlässlich, dass Europol künftig auch direkt in den Dialog mit Internetkonzernen treten dürfe. Dringend seien weitere Daten notwendig, um die vielen Aufgaben zu bewältigen, die die
EU-Mitgliedstaaten derzeit an Europol herantrügen.

Unter anderem ist die Rede von den Tracking-Daten von Facebook, also alle Daten über die Bewegung von Facebook-Nutzern im Internet. Auf Basis dieser Internet-Bewegungsprofile kann maßgeschneiderte Werbung geschaltet werden. Zudem kann anhand dieser Daten viel über die Einstellungen und das kriminelle Potential einer Person in Erfahrung gebracht werden.

In Luxemburg wird das Anliegen von Europol jedenfalls für nachvollziehbar gehalten. Die Regierung macht außerdem konkrete Vorschläge, wie mehrere Artikel der aktuellen Europol-Reform so verändert werden könnten, dass Europol mehr Spielraum beim Sammeln und im Umgang mit Internetunternehmen bekäme.

Foto: © Wikimedia.


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