Netzneutralität - Telekom bittet zur Kasse

Hay-Tun am Freitag 30. Oktober 2015 10:24:43

Netzneutralität - Telekom bittet zur Kasse

Mit der Neuregelung zur Netzneutralität des EU-Parlaments im Rücken will die Telekom nun Start-Ups zur Kasse bitten.

Timotheus Höttges, Vorstandschef der Deutschen Telekom, hat sich zur Entscheidung des Europäischen Parlaments zur Netzneutralität geäußert. Höttge sagte, die Telekom nehme es jetzt ins Visier, "Spezialdienste" einzuführen, die "höhere Qualitätsansprüche" hätten und dementsprechend "im Stau Vorfahrt" bekommen sollen.

Höttges Argument: Das Internet bringe immer wieder neue Dienste hervor, an die zuvor niemand gedacht habe. Als Beispiel nannte er Videokonferenzen, Online-Gaming, Telemedizin und selbststeuernde Fahrzeuge. Start-Ups, die eben erst versuchen, einen neuen Internet-Dienst aufzubauen, will die Telekom gleich mit ein paar Prozent vom Umsatz zur Kasse bitten. "Das wäre ein fairer Beitrag für die Nutzung der Infrastruktur. Und es sorgt für mehr Wettbewerb im Netz", so Höttges weiter.

Gegner der EU-Entscheidung zur Netzneutralität lehnen indes weiterhin die Bevorzugung von Spezialdiensten ab. Die Entscheidung der EU sei "eine Lizenz zum Abkassieren", kommentiert zum Beispiel die Wirtschaftswoche. In einem Artikel der Zeit wird dem Blogbeitrag der Telekom indes "beinahe Slapstick-Qualität" zugesprochen.

Foto: © Flickr: Elizabeth Krumbach Joseph.


Kommentar hinzufügen

Kommentare

Kommentar hinzufügen