EU erklärt Google den Krieg

Hay-Tun am Dienstag 27. Oktober 2015 12:11:11

EU erklärt Google den Krieg

Die EU geht immer härter gegen Google vor, wie das Wall Street Journal berichtet.

Im Visier stehen diesmal Verträge mit Anzeigenkunden und Android. "Ich betrachte das nicht als den Fall Google, sondern als unterschiedliche Ermittlungen und unterschiedliche Fälle", zitiert das Wall Street Journal die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Im April 2015 hatte Vestager eine formelle Untersuchung gegen Google eingeleitet.

Die Vorwürfe beschränkten sich damals allerdings auf Googles Preisvergleichsdienst Shopping, den Googles eigene Suchmaschine bevorzugen soll - zum Nachteil der Konkurrenz und der Verbraucher. Eine Entscheidung in diesem Fall könne wahrscheinlich nicht auf andere EU-Märkte angewandt werden, so Vestager weiter.

Die Ermittlungen zu Googles Geschäftstaktiken in Bezug auf das mobile Betriebssystem Android hätten ebenfalls eine hohe Priorität. "Das ist etwas anderes als der Shopping-Fall, weil die Leute nicht so sehr über das Betriebssystem auf ihren Geräten nachdenken", erklärt Vestager. Telefonhersteller sowie App-Entwickler seien deswegen sehr beunruhigt.

Weitere Sparten, in denen die EU-Kommission laut Vestager gegen Google ermittelt, sind die Verträge mit Anzeigenkunden und die Übernahme von Inhalten von Konkurrenten. Laut dem Wall Street Journal habe die EU im Sommer Fragebögen an Unternehmen zu Googles Geschäftspraktiken in diesen Bereichen versandt.

Die EU-Kommission kann Kartellstrafen in Höhe von bis zu zehn Prozent des gesamten Jahresumsatzes verhängen. 2014 erzielte der Internetriese einen Umsatz von rund 66 Milliarden Dollar. Google hat noch die Möglichkeit gegen eine Strafe gerichtlich vorzugehen. Die Erfolgsaussichten dürften allerdings nicht sonderlich gut sein. Mikroelektronikkonzern Intel wurde 2009 zu einer Rekordstrafe von 1,09 Milliarden Euro verurteilt und hatte dagegen Berufung eingelegt. Schließlich wurde das Urteil 2014 aber bestätigt.

Foto: © Pixabay.


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