Verbraucherzentralen klagen gegen Facebook

Hay-Tun am Montag 19. Oktober 2015 16:20:07

Verbraucherzentralen klagen gegen Facebook

Verbraucherschützer werfen Facebook irreführende Werbung vor und ziehen nun gegen das soziale Netzwerk vor Gericht.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) klagt nach eigenen Angaben zum dritten Mal gegen Facebook. In ihrer Pressemitteilung werfen die Verbraucherschützer Facebook irreführende Werbung vor. Es geht um den Slogan des Unternehmens auf seiner Registrierungsseite: "Facebook ist und bleibt kostenlos", der ihrer Ansicht nach nicht stimmt, da User für die Nutzung von Facebook mit ihren Daten zahlen.

"Wo kostenlos draufsteht, sollte auch kostenlos drin sein", erklärte Klaus Müller, Vorstand des VZBV. "Verbraucher zahlen für ihren Facebook-Account zwar nicht in Euro, aber mit ihren Daten. Die Werbung mit einer kostenlosen Dienstleistung ist aus unserer Sicht klar irreführend." Die Daten verwende Facebook, um Werbeanzeigen - die Haupteinnahmequelle von Facebook Inc. - an seine Mitglieder anzupassen. Außerdem bemängelt der VZBV 19 Klauseln in den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzrichtlinie von Facebook. Dazu gehören die Klarnamenpflicht und die Klausel zur Datenweitergabe in die USA.

Gegenstand der beim Landgericht Berlin eingereichten Klage sind auch die Voreinstellungen, mit denen Facebook bestimmte Nutzerdaten automatisch freigibt. Der Bundesverband fordert Facebook darüber hinaus dazu auf, seinen Nutzern nicht die Entscheidung darüber abzunehmen, was mit ihren Daten geschehen wird. Die Klage muss jetzt übersetzt und an Facebook in Irland, wo das Unternehmen seinen europäischen Firmensitz hat, gesendet werden.

Foto: © Flickr: Bhupinder Nayyar.


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