Obama: Kein gesetzlicher Zugriff auf Handydaten

PeterCCM am Dienstag 13. Oktober 2015 08:44:49

Obama: Kein gesetzlicher Zugriff auf Handydaten

Im Streit zwischen der US-Regierung und Unternehmen und Datenschützern um einen Generalschlüssel für verschlüsselte Daten rudert Obama nun zurück.

Gesetzlichen Zugriff auf Daten der Internet- und Handynutzung - das wurde von der Regierung der Vereinigten Staaten seit einiger Zeit gefordert. Technisch sollte das Gesetz mit einem bei der Regierung liegenden Generalschlüssel für verschlüsselnde Geräte wie Smartphones und Tablets durchgesetzt werden. Dagegen sträubten sich Technik- und Internetkonzerne wie Google, Facebook und Apple, aber insbesondere Verschlüsselungs- und Datenexperten äußerten starke Zweifel an der Sicherheiten eines solchen Systems.

Der Generalschlüssel sollte der Verbrechensbekämpfung zugute kommen und den Ermittlern zugriff auf die Nutzerdaten geben. Durch mehr und mehr standardmäßige Verschlüsselung resultiert es mittlerweile immer schwieriger, Nutzerdaten abzugreifen, selbst wenn eine richterliche Anordnung besteht. Nun scheint es jedoch, dass die Angst vor Missbrauch überwiegt hätte. In der Tat birgt ein Generalschlüssel das Risiko der Ausnutzung, beispielsweise durch Spione.

Während die nationale Ermittlungsbehörde FBI nun befürchtet, in ihren Ermittlungen eingeschränkt zu werden, ist von Seite der Geheimdienste nicht viel zu dem Thema gesagt worden. Es ist anzunehmen, dass beispielsweise die NSA auf eine solche Regelung ohnehin nicht angewiesen ist, weil sie über die technischen Mittel verfügt, sich auch ohne Generalschlüssel Zugriff auf Nutzerdaten zu verschaffen. Das spiegelt sich auch in der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs von letzter Woche wider, die das Safe Harbor-Abkommen für ungültig erklärte.

Foto: © Flickr.


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