AVG gibt künftig Nutzerdaten weiter

Hay-Tun am Dienstag 22. September 2015 11:31:44

AVG gibt künftig Nutzerdaten weiter

AVG hat seine Datenschutzrichtlinie geändert. Das Unternehmen wird künftig Kundendaten an Werbeunternehmen verkaufen.

Einem Bericht von Wired zufolge behält sich das niederländische Unternehmen, das das bekannte Antivirenprogramm entwickelt hat, nun das Recht vor, Daten, Suchanfragen sowie den Browserverlauf seiner Kundschaft anonymisiert an Werbetreibende zu verkaufen. Die neuen Regelungen treten demnach am 15. Oktober 2015 in Kraft. In früheren Fassungen der Richtlinie stand bereits, dass der Konzern die Möglichkeit habe zumindest den Suchverlauf von Nutzern zu Werbezwecken an Dritten weiterzugeben. AVG hat in einer Stellungnahme erklärt, mit der Überarbeitung der Datenschutzbestimmungen Nutzer genauer über die Sammlung und Verwendung von Kundendaten aufzuklären.

"Die User, die eine anonymisierte Nutzung ihrer Daten nicht wünschen, werden in der Lage sein, sie abzuschalten, ohne dass die Funktionalität unserer Anwendungen eingeschränkt wird", ergänzte ein Konzernsprecher. Bisher habe AVG die gesammelten Daten nicht weitergegeben, dies sei aber nun für die Zukunft geplant, um das Antivirenprogramm weiterhin kostenlos anbieten zu können.

AVGs neue Richtlinie stieß sofort auf Kritik: "Das Programm des Unternehmens fällt damit klar in die Kategorie Spyware", sagte Alexander Hanff, Chief Executive von Think Privacy. "Antivirensoftware laufen auf Geräten mit erweiterten Rechten, damit sie auch Malware, Adware, Spyware und andere Bedrohungen aufspüren und blockieren können", erklärte er im Interview mit Wired. "Es ist absolut unethisch und ein klarer Missbrauch des Vertrauens, das wir unserer Sicherheitssoftware schenken". Zudem forderte er die Nutzer dazu auf, das Produkt von AVG sofort zu deinstallieren und durch eine Alternative zu ersetzen.

AVG betonte laut Wired, dass das Unternehmen lediglich nicht persönliche Daten sammle und vor dem Verkauf an Werbetreibende säubere und anonymisiere. Dadurch sei es unmöglich, in Kontakt mit den einzelnen Nutzern zu treten. "Viele Unternehmen sammeln täglich auf diese Art und Weise Daten und verschweigen es ihren Nutzern", so AVG weiter.

Foto : © AVG.


Kommentar hinzufügen

Kommentare

Kommentar hinzufügen