Facebook sagt Fremdenfeindlichkeit den Kampf an

Hay-Tun am Montag 14. September 2015 17:51:33

Facebook sagt Fremdenfeindlichkeit den Kampf an

Unmittelbar vor einem Treffen mit Justizminister Maas hat Facebook angekündigt, strikter gegen Hass-Posts vorzugehen.

Ein direkter Zusammenhang zwischen brennenden Flüchtlingsunterkünften und fremdenfeindlichen Hassbotschaften auf Facebook kann nicht nachgewiesen werden. Trotzdem wächst der Unmut über die systematische Hetze in dem berühmten sozialen Netzwerk.

Facebook will nach heftiger Kritik nun effizienter gegen die Verbreitung von Fremdenfeindlichkeit im Netz vorgehen. Geplant sei unter anderem eine so genannte "Task-Force" mit führenden deutschen gemeinnützigen Organisationen zum Umgang mit Hassbotschaften, wie das Soziale Netzwerk mitteilte. Ziel sei es gemeinsam "geeignete Lösungen zu erarbeiten, um Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zu entgegnen und dies auch online darzustellen", so Facebook.

Darüber hinaus strebt Facebook eine Kooperation mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia (FSM) an. Wer in dem Online-Netzwerk auf bedenkliche Inhalte stoße, könne diese dem Community Operations-Team melden. Wie schon in anderen Ländern werde Facebook auch in Deutschland nun "auf lokale Fachexpertise" bei seinem Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit setzen. FSM hat nach eigenen Angaben langjährige Erfahrungen "im Umgang mit kontroversen Onlineinhalten und der schwierigen Abwägung zwischen Meinungsfreiheit und dem Schutz anderer grundgesetzlich geschützter Rechte, etwa dem Persönlichkeitsrecht und der Menschenwürde".

Facebook will außerdem zunehmend auf "counter speech" setzen. Das bedeutet, dass Hass-Kommentare mit mehr rationalen Argumenten begegnet werden soll. Das soziale Netzwerk kündigte dazu eine große Kampagne in Deutschland an. Facebook sei "davon überzeugt, dass soziale Medien effektiv dafür eingesetzt werden können, um Ansichten wie Fremdenfeindlichkeit zu diskutieren und zu hinterfragen".

Facebook stand lange Zeit in der Kritik, weil manche von Mitgliedern gemeldete fremdenfeindliche Posts online bleiben, statt gelöscht zu werden. Das Netzwerk will bei der Entscheidung über das Löschen von Inhalten auch das Gefahrenpotenzial in der realen Welt, die Frage der Meinungsfreiheit und die gesellschaftlichen Auswirkungen abwägen. Die gemeldeten Posts werden nach Auskunft von Facebook von einem deutschsprachigen Team geprüft.

Foto: © Flickr: Spencer E Holtaway.



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