Twitter stellt sich gegen Archivierung

PeterCCM am Dienstag 25. August 2015 18:29:43

Twitter stellt sich gegen Archivierung

Twitter hat die Konten Politwoops und Diplotwoos gelöscht, die gelöschte Tweets von Politikern sammelten und archivierten.

Der beliebte Micro-Blogging-Dienst Twitter wünscht keine Archivierung des auf seiner Plattform publizierten Materials. Die Information wurde bekannt, nachdem Twitter seine Entscheidung der Open State Foundation mitteilte, einer Organisation, die sich für Transparenz im Internet einsetzt. Den Verantwortlichen zufolge liegen der Entscheidung, Politwoops und Diplotwoobs zu blockieren, eine "bewusste interne Auseinandersetzung und die Berücksichtigung zahlreicher Faktoren" zu Grunde.

Mit diesem Schritt möchte Twitter vermeiden, dass Twittern sich zu "etwas unveränderliches und unwiderrufliches" wandelt. Man verteidige so das Recht der Nutzer, sich zurückzuziehen und alte Nachrichten zu löschen. In diesem konkreten Fall handelt es sich jedoch um Politiker und Diplomaten, was für Twitter jedoch keinen Unterschied macht: "Kein Nutzer verdient dieses Recht mehr als ein anderer. Tatsächlich ist das Löschen von Tweets Ausdruck des Nutzers", heißt es in der offiziellen Begründung. Die Open State Foundation hingegen kritisiert die Entscheidung, da es sich um gewählte Volksvertreter handelt: Was Politiker öffentlich äußern solle auch öffentlich gespeichert werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass Twitter mit seinen Entscheidungen, Nachrichten oder Profile zu löschen, Aufruhr verursacht. Erst kürzlich kündigte das Unternehmen an, Tweets zu löschen, die kopiert worden waren ohne das Original zu zitieren, um das geistige Eigentum zu schützen. Infolge solcher Polemiken sind bereits Konkurrenz-Netzwerke wie Quitter entstanden, die sich damit rühmen, keinerlei Zensur auszuüben.

Foto: © Twitter.


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