PC ist langsam: Was tun?

September 2017

Ist Ihr Computer plötzlich deutlich langsamer geworden? Oder beeinträchtigt eine bestimmte Software die Geschwindigkeit des Systems? Dann sollten sie den gesamten Computer aufräumen. Wir zeigen Ihnen, wie das geht.


PC aufräumen

Downloads, die Installation von neuen Programmen sowie Datenmüll nehmen sehr viel Speicherplatz in Anspruch. Die Windows-Registry lässt mit der Zeit nach und Ihre Festplatte wird mit unnötigen Dateien verseucht, was die Leistung des gesamten Systems beeinträchtigen kann. Hier geben wir Ihnen praktische Tipps für die Wartung Ihres Systems.


Zunächst empfehlen wir, das Gratis-Tool CCleaner herunterzuladen und zu installieren. Das Tool beseitigt zuverlässig Datenmüll und befreit Ihr System von unnötigem Ballast.

Genutzte Ressourcen ermitteln

Wenn der PC plötzlich langsam wird, drücken Sie auf STRG + ALT + Entf. Klicken Sie danach auf Task-Manager > Prozesse. Aktivieren Sie unten die Option Prozesse aller Benutzer anzeigen, um die Ressourcen-Fresser zu lokalisieren. Entfernen Sie im Anschluss die entsprechenden Prozesse.

Inaktive Prozesse sind Scheinprozesse, die die verfügbaren Prozesse ermitteln. Beträgt der Wert 100 Prozent, so heißt das, dass der Prozessor zurzeit nicht genutzt wird.

Hinweis: Seien Sie vorsichtig, was betrügerische und kostenpflichtige Reinigungsprogramme angeht. Diese bringen mehr Schaden als Nutzen für Ihr System. Bei den meisten von Ihnen handelt es sich um Rogues genannte Malware!

Wenn der PC plötzlich langsam geworden ist

PIO- und DMA-Modus

Eine fehlerhafte Datenübertragung kann die Geschwindigkeit des PCs stark beeinflussen. Anstatt des DMA-Modus wird in einigen Fällen der PIO-Modus aktiviert. Hier können Sie den Status des DMA-Modus prüfen.

Viren entfernen

Auch Viren können die Leistung des Systems beträchtlich mindern. Dies können Sie an eventuellen Veränderungen am System, wie dem Layout, unerwünschter Werbung usw., erkennen.


In unserem Forum gibt es zahlreiche Threads rund um das Thema Viren und Sicherheit. Zudem können Sie Ihre Fragen auch selbst im Forum stellen. Unsere Community-Mitglieder beraten Sie gerne. Bei CCM finden Sie auch verschiedene Artikel, die das Thema Viren behandeln.

Unnötige Programme und Dateien löschen

Autostart-Programme deaktivieren

Autostartprogramme verzögern den Windows-Start. Sie können aber beliebig bearbeitet bzw. deaktiviert werden. Wie das geht, erfahren Sie in diesem CCM-Artikel.

Hinweis: Antivirenprogramme und andere Sicherheitssoftware sollten nicht deaktiviert werden!

Unnötige Programme deinstallieren

Deinstallieren Sie alle Programme und Anwendungen, die Sie nicht brauchen bzw. nutzen:

Klicken Sie auf Start. Wählen Sie danach Systemsteuerung. Klicken Sie dann auf Programme und Funktionen (Windows 7 und Vista) oder Programme Hinzufügen/Entfernen (Windows XP). Wählen Sie das gewünschte Programm aus und klicken Sie auf Hinzufügen/Entfernen.

AdwCleaner

AdwCleaner ist ein zuverlässiges Reinigungs-Tool, das Ihr System sauber hält. Schadware kann dank AdwCleaner Ihre Browser-Einstellungen nicht mehr manipulieren. AdwCleaner können Sie kostenlos hier bei CCM herunterladen.

Starten Sie das Tool, klicken Sie auf Entfernen und warten Sie, bis der Scan zu Ende ist. Unter Umständen muss der PC danach neu gestartet werden. Im Anschluss bekommen Sie eine Erfolgsmeldung angezeigt.

Unnötige Dateien auf Ihrem PC

Memory.dmp löschen

Bei einem schweren Systemabsturz (zum Beispiel Bluescreen) erzeugt Windows eine sogenannte memory.dmp-Datei. Die Datei ist so groß wie der gesamte Speicher des Computers. Die Datei kann ohne Risiken auf die folgende Weise entfernt werden:

Klicken Sie auf Arbeitsplatz. Klicken Sie auf Lokaler Datenträger (C:). Klicken Sie danach auf den Ordner C:\Windows. Löschen Sie dann die memory.dmp-Datei.

Papierkorb leeren

Dateien in den Papierkorb verschieben, heißt nicht gleich, dass Sie diese für immer losgeworden sind. Die maximale Größe des Papierkorbs beträgt standardmäßig 10 Prozent der gesamten Laufwerkkapazität. Diesen Wert können Sie drosseln und damit mehr Speicherplatz gewinnen:

Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Papierkorb-Symbol und dann auf Eigenschaften. 2 oder 3 Prozent sind hier empfehlenswert. Damit gewinnen Sie bis zu 80 Gigabyte Speicherplatz.

Extrem große Dateien können Sie anhand der Tastenkombination Shift + Entf direkt von Ihrem PC löschen. Sie werden dann nicht in den Papierkorb verschoben, sondern unwiderruflich gelöscht.

Temporäre Internetdateien

Wenn Sie im Internet surfen, speichert Ihr Browser standardmäßig alle besuchten Webseiten samt Cookies in einem temporären Ordner ab. Diese Funktion kann in manchen Situationen nützlich sein, doch mit der Zeit wird der Ordner zu groß, was die Leistung des Systems negativ beeinflusst. Aus diesem Grund sollte dieser Order regelmässig geleert werden.

Dateien mit Tools entfernen

Überflüssige Dateien können anhand verschiedener Tools entfernt werden, zum Beispiel mit CCleaner.

Dateien manuell entfernen

Im Fall einer Infektion oder von Problemen mit der Internetverbindung sollten empfindliche Dateien manuell entfernt werden. In diesem Fall ist es empfehlenswert, den Computer im abgesicherten Modus zu starten.

Klicken Sie auf Start > Systemsteuerung > Internetoptionen > Allgemein. Klicken Sie danach auf Cookies löschen. Klicken Sie jetzt auf Dateien löschen > Alle Offlineinhalte löschen .

Löschen Sie alle Dateien und Unterordner, die sich in den folgenden Ordern befinden:

Klicken Sie auf Arbeitsplatz. Klicken Sie auf C:\ (Datenträger, auf dem Ihr Betriebssystem installiert ist). Klicken Sie danach auf Documents and Settings. Wählen Sie den Kontonamen der geöffneten Sitzung.

Klicken Sie danach auf Local Settings > Temp und löschen Sie den Inhalt. Wiederholen Sie den Vorgang für die fett geschriebenen Ordner:

C:\Documents and Settings\Name aller anderen Konten\Local Settings\Temp

C:\Windows\Temp

Hinweis: Selten, aber möglich: Auch in diesen Ordnern können sich Viren befinden!

C:\WINDOWS\system32\configsystemprofile\Local Settings\Temporary Internet Files\Content.IE5

C:\WINDOWS\system32\config\systemprofile\Local Settings\Temp.

Überflüssige Ordner löschen

Windows XP

Im Verzeichnis C:\Windows befindet sich ein Deinstallations-Backup der Windows-Updates. Das Backup ist eine Liste mehrerer Ordner mit in Blau geschriebenen Namen, wie etwa $NtUninstallKB8556$. Diese können gelöscht werden.

Gehen Sie dafür auf Start. Klicken Sie auf Eigene Dateien. Klicken Sie danach auf Extras. Wählen Sie Ordneroptionen aus. Klicken Sie auf den Tab Ansicht > Alle Dateien und Ordner anzeigen. Bestätigen Sie mit OK.

Klicken Sie auf Arbeitsplatz. Klicken Sie auf C:. Klicken Sie dann auf den Ordner C:\Windows. Löschen Sie alle Dateien mit ähnlichen Namen: $NtUninstallKB8556$.

Achtung: Löschen Sie wirklich nur diese Ordner!

Das kostenlose Tool CCleaner kann all diese Dateien unter Windows XP automatisch löschen.

Windows Vista und Windows 7

Bei Windows Vista und Windows 7 ist das Verfahren etwas anders. Als Erstes müssen die automatischen Updates deaktiviert werden:

Klicken Sie dafür auf Start > Systemsteuerung. Klicken Sie auf das Symbol Windows update. Wählen Sie Nie nach Updates suchen. Klicken Sie auf OK.

Gehen Sie dann zum Ordner C:\Windows\SoftwareDistribution\Download. Löschen Sie die Dateien in diesem Ordner. Aktivieren Sie die Windows-Updates erneut.

Gehen Sie zu Systemsteuerung > Windows Update > Einstellungen ändern. Wählen Sie die Option Updates automatisch installieren. Bestätigen Sie mit OK.

Wiederherstellungspunkte löschen

Bei der Installation neuer Software oder Hardware, erstellt das System einen Wiederherstellungspunkt. Diese Funktion ist sehr nützlich, aber sie benötigt besonders viel Speicherkapazität. Sie sollten ab und zu die veralteten Backups löschen.


Klicken Sie dafür auf Arbeitsplatz. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf C:. Klicken Sie auf den Tab Eigenschaften. Klicken Sie danach auf Festplatte bereinigen.

Wählen Sie in dem nächsten Fenster Andere Optionen aus. Wählen Sie im Anschluss Alle Wiederherstellungspunkte löschen außer dem letzten aus.

Registry säubern

Durch die Säuberung der Registry fährt Windows schneller hoch. Dafür gibt es leistungsfähige Programme, die alle überflüssigen und unnötigen Einträge aus der Registry löschen können, darunter CCleaner und RegCleaner.

System-Dateien reparieren

Klicken Sie auf Arbeitsplatz. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf C:. Klicken Sie auf den Tab Eigenschaften. Klicken Sie danach auf den Tab Extras. Wählen Sie dann Jetzt prüfen aus.

Aktivieren Sie die Option Dateisystemfehler automatisch korrigieren. Bestätigen Sie mit OK.

Auslagerungsdatei definieren

Klicken Sie auf Start. Klicken Sie danach auf Ausführen. Geben Sie den Befehl Regedit ein. Bestätigen Sie danach mit Enter.

Suchen Sie nach dem Schlüssel:
HKEY_LOCAL_MACHINESYSTEMCurrentControlSetControSession ManagerMemory Management

Klicken Sie zweimal auf
ClearPageFileAtShutdown
und geben Sie den Wert 1 ein.

Schließen Sie die Registry und starten Sie den PC neu.

Festplatte defragmentieren und warten

Alle erwähnten Schritte führen direkt zu einer Datenfragmentierung auf der Festplatte. Solange die Daten fragmentiert sind, braucht Ihr System mehr Zeit um sie zu finden. Deswegen ist es empfehlenswert, Ihre Festplatte regelmäßig zu defragmentieren. Wie das geht, erfahren Sie hier.

Um die Festplatte erfolgreich zu defragmentieren, müssen Sie auf Ihrer Festplatte mindestens 15 Prozent des gesamten Speicherplatzes freihalten. Dieser freie Speicherplatz wird benötigt, um eine optimale Funktionalität von Windows zu garantieren. Dieser Hinweis ist für alle Versionen von Windows gültig.

Darüber hinaus empfehlen wir denjenigen, die Windows selbst installieren möchten, eine spezifische Partition für Windows zu erstellen (15 Prozent einer Partition von 20 Gigabyte sind leistungsfähiger als 15 Prozent einer Partition von 250 Gigabyte). Diese spezifische Partition für Windows muss mindestens eine Größe von 10 Prozent des gesamten Speicherplatzes haben (bei NTFS-Partitionen). Das manuelle Partitionieren der Festplatten ist allerdings nicht auf allen Geräten möglich.

Hardware in Stand halten

Es wird empfohlen die Hauptplatine mindestens einmal im Jahr komplett abzustauben. Damit werden Geschwindigkeitsprobleme, Überhitzungen und andere Probleme verhindert.

Trennen Sie dafür den PC vom Stromnetz. Warten Sie etwa 15 Minuten ab, bis der PC kalt wird. Ein thermischer Schock könnte eventuell Schäden verursachen.

Entfernen Sie nun das Gehäuse. Benutzen Sie für die Reinigung einen Kompressor mit niedrigem Luftstrahl.

Foto: © vladimirfloyd - 123RF.com

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Artikel im Original veröffentlicht von netty5. Übersetzt von jedtheboss. Letztes Update am 29. Juni 2017 18:51 von SilkeCCM.
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