Bluetooth für Smarthome nutzen

Dezember 2016

Bluetooth gilt seit langem als veraltet. Die Nahfunk-Technik kann jedoch sehr viel mehr als nur Dateien übertragen. Besonders praktisch wird es, wenn zuhause neben dem WLan ein eigenes Bluetooth-Netzwerk funkt.


Warum Bluetooth

Mit der Version Bluetooth 4.0 wurde der Nahfunk mit einer besonders stromsparende Komponente ausgestattet: Bluetooth Smart oder auch als Bluetooth 4.0 Low Energy (BTLE) genannt. Geräte mit Bluetooth 4.0 benötigen sehr wenig Energie. Damit halten Sie mit einer Akkuladung oder einer Knopf-Batterie Monate oder sogar Jahre lange durch.

Bluetooth benötigt keinen zentralen Funk-Hub

Bluetooth gehört zur Standardausstattung jedes Smartphones, was die direkte Kommunikation mit Geräten wie Lampen, Rollladenmotoren und dergleichen ermöglicht.


Bisherige Smartphone-Lösungen verwenden herstellereigene Funkstandards wie beispielsweise Z-Wave von Sigma Design oder ZigBee. Um die entsprechend ausgestatteten Geräte Zuhause steuern zu können, wird eine Art "Funkzentrale" benötigt.

Dieser Funk-Hub, auch Bridge genannt, wird mit dem WLan und mit dem Internet verbunden. Die entsprechende Smartphone-App sendet einen Schaltbefehl über WLan an den Hub, dieser wandelt den Befehl in den systemeigenen Funkstandard um und schickt ihn an den entsprechenden Empfänger. Der Rückkanal funktioniert genauso: Das Heizkörperthermostat sendet die Ist-Temperatur an den Hub und der wiederum an das Smartphone.

Nachteile des Smartphones als Funk-Hub

Der Funk-Hub dient nicht nur als reines Funkrelais. Die Hubs sichern auch Programmabläufe und Automatisierungen. Beispielsweise die Uhrzeit, zu der abends die Rollläden automatisch geschlossen werden. Damit wird also eine selbstständige Steuerung möglich und das Smarthome führt vorprogrammierte Aktionen aus, auch wenn der Bewohner nicht Zuhause ist.

Fehlt der Hub im System, fehlt auch die Instanz, die solche Programmierungen sichern kann. Ist also der Bewohner nicht Zuhause, bleiben beispielsweise die Rollläden offen. Allerdings entwickelt die für die Standardisierung von Bluetooth zuständige Bluetooth Special-Interest-Group (Bluetooth SIG) bereits Spezifikationen für sogenannte Gateways, die dann die gleiche Aufgabe haben sollen, wie die Funk-Hubs.

Netzwerk aus Lampen

Ein weiterer Nachteil stellt die Funkreichweite dar. Bluetooth Smart stößt gerade bei komplexen Gebäuden schnell an seine Grenzen. Ist ein zu schaltendes Gerät im Erdgeschoss und der Bewohner im Dachgeschoss, kommt es oft zu Funkunterbrechungen. Eine solches Problem kann nur mit einem sogenannten Mesh-Netz gelöst werden.

Ein Mesh-Netz würde dafür sorgen, dass alle im Netz eingebundenen Geräte auch gleich als Relaisfunkstelle agieren, das heißt, einen Funkbefehl durch die Maschen des Netzes weiterleiten, auch wenn dieser gar nicht für sie gedacht ist. Das Smartphone sendet dann beispielsweise "Licht an" an die Lampe im Untergeschoss und der Befehl wird von der Funksteckdose im Dachgeschoss über die Rollladensteuerung im Erdgeschoss zur Lampe im Untergeschoss weitergeleitet.

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