Task-Manager für Android: sinnvoll?

November 2016

Im Play Store wimmelt es mittlerweile von Task-Managern. Viele Android-User glauben, dass viel freier Arbeitsspeicher auf dem Gerät von Vorteil ist. Allerdings erhöhen die angeblichen Helfer den Akkuverbrauch und bremsen das System aus, anstatt es zu optimieren.



Android ist nicht Windows

Die meisten Android-User kommen aus der Windows-Welt. Bei einem Windows-Computer sollte der RAM (Arbeitsspeicher) so leer wie möglich sein und unbenutzte Programme geschlossen werden, damit das System schnell und flüssig arbeitet. Viele denken, dass das gleiche auch für Android-Geräte gilt und holen sich einen Task-Manager, der den Arbeitsspeicher leer halten soll.


Doch Android ist nicht Windows. Das mobile Betriebssystem basiert stark auf Linux und bedient sich auch am Speicherverwaltungs-Management des Open-Source-Betriebssytems. Dieses sorgt automatisch dafür, dass Apps, welche lange Zeit nicht gebraucht werden, aus dem Arbeitsspeicher entfernt werden. Das Arbeitsspeichermanagement von Android folgt drei Grundsätzen, wenn es darum geht, welche Apps zuerst aus dem Arbeitsspeicher entfernt werden sollen:

a) Apps im Hintergrund, die lange nicht mehr genutzt wurden.
b) Dienste, die lange nicht mehr gebraucht wurden.
c) Teile einer aktiven App, die nicht genutzt werden.

Deswegen sind Task-Manager sinnlos

Ein überfüllter Android-Arbeitsspeicher ist nicht gut, keine Frage. Aber solange hier eine Vielzahl an Daten temporär gelagert werden, lassen sich die dazugehörigen Apps auch wieder schnell ausführen. Das Android-System stellt hierbei solange Arbeitsspeicher zur Verfügung, bis keiner mehr verfügbar ist.


Dennoch sollte der User auch in diesem Fall nicht eingreifen. Das System und das dazugehörige Arbeitsspeicher-Management ist in der Lage selbständig abzuwiegen, welche App zu viel Arbeitsspeicher in Anspruch nimmt und schließt diese.

Wenn der User eine App nicht manuell beendet, sondern dies dem Android-System überlässt, wird der App beim Beenden durch das System die Möglichkeit gegeben, ein Abbild des aktuellen Zustands zu erstellen. So wird der User nicht überrascht, wenn eine App unwissentlich neu startet und plötzlich auf dem Homescreen landet.

Das Problem der Task-Manager

Genau hier liegt auch das Problem der Android-Task-Manager: Apps sichern für diesen Vorgang vorläufig ihre Daten im Arbeitsspeicher, diese werden teilweise beim Schließen der App nicht entfernt und verbleiben dann dort als Datenmüll.


Außerdem versucht Android den Arbeitsspeicher sofort wieder zu füllen, sobald genügend freier Platz verfügbar ist. Das erneute Auslagern und der eventuelle Neustart der beendeten Apps können den Akku und die Leistung des Android-Gerätes beeinträchtigen.

Lesen Sie auch :

Das Dokument mit dem Titel « Task-Manager für Android: sinnvoll? » aus CCM (de.ccm.net) wird zur Verfügung gestellt unter den Bedingungen der Creative Commons Lizenz. Sie dürfen das Dokument verwenden, verändern sowie Vervielfältigungen dieser Seite erstellen, unter den Bedingungen, die in der vorgenannten Lizenz erwähnt sind und unter der gleichzeitigen Bedingung, dass Sie im Rahmen Ihrer Verwendung, Veränderung oder Vervielfältigung nach außen hin klar und deutlich auf den Urheber (= de.ccm.net) des Dokuments hinweisen.