Schutz vor Abofallen

Dezember 2016

Ein falscher Fingertipp und schon sitzen Sie in der Abofalle. Abzocke ist in der mobilen Welt noch leichter als Festnetz-Internet. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich gegen die heimtückischen Abzocke-Methoden wehren können.




Abofallen in Talking Tom Cat

Der interaktive Kater Tom ist nicht nur bei Kindern und Katzenliebhabern beliebt, sondern auch bei Cyberkriminellen. Die beliebte Smartphone-App mit dem sprechenden Kater kann schnell zur Abofalle werden. Wer in dem lustigen Zusatzprogramm die falsche In-App-Werbung öffnet, muss sich als neuer Abo-Besitzer auf eine saftige Mobilfunkrechnung gefasst machen.


Das kostenlose Zusatzprogramm enthält viele gefährliche Werbebanner. Klickt der ahnungslose Nutzer darauf, wird er auf eine Seite weitergeleitet, deren Besuch von den betrügerischen Anbietern bereits als Abo-Abschluss gewertet wird. Der ahnungslose Nutzer bekommt ohne sein Einverständnis ein kostenpflichtiges Abo für Klingeltöne, Spiele etc. zu monatlichen Extrakosten von 3 bis 60 Euro!

Eine vorherige Warnung gibt es nicht. Die Abzocker nutzen das Wireless Application Protocol (WAP), das die Identifikationsnummer der SIM-Karte übermittelt. So kann die Firma das Opfer ermitteln, ohne ihn nach seinen Daten zu fragen.

Vermeintliche Nachricht von DHL

Nicht nur Werbebanner führen zu Abofallen, auch bestimmten SMS sollten Sie mit äußerster Vorsicht begegnen. Im Juni 2014 warnte die Polizei vor SMS, in denen ein angebliches DHL-Paket angekündigt wurde. Wer den versandten Link zum Online-Tracking öffnet, dem wird eine App untergejubelt, die ohne seine Erlaubnis kostenpflichtige Abos abschließt. Die Empfänger der SMS werden sogar mit ihrem richtigen Namen angesprochen.

Mobilfunkanbieter stellt die Rechnung

Nicht der betrügerische Dienstleister treibt die Zahlung ein, sondern der Mobilfunkanbieter, der den Betrag mit der nächsten Rechnung abbucht. Auf der Rechnung wird die Abogebühr als Leistung Dritter angezeigt. Das Opfer steht damit vor dem Problem, dass es sein Geld von seinem Mobilfunkanbieter zurückfordern muss.


Die Praxis hat gezeigt, dass es in der Regel nicht einfach ist, sich das abgebuchte Geld zurückzuholen. Wer nicht regelmäßig seine Mobilfunkrechnung kontrolliert, merkt häufig zu spät, dass unrechtmäßig Leistungen abgerechnet werden. Deswegen sollten Sie monatlich Ihre Smartphone-Kosten kontrollieren.

Abofalle: Reingefallen, was tun?

Wer in die Falle tappt, kann beim Anbieter der WAP-Dienste Widerspruch einlegen. Zudem ist es empfehlenswert, das Problem beim Mobilfunkanbieter zu schildern und die Zahlung des Betrags zu verweigern.


Dabei sollte das Opfer deutlich machen, dass er sich nicht bewusst war, ein Abo abzuschließen. Der Widerspruch sollte als Einschreiben mit der Post oder per Fax verschickt werden, um es im Notfall als Beweis nutzen zu können. Die Verbraucherzentrale stellt Musterbriefe zur Verfügung. Außerdem sollte der Nutzer deutlich machen, dass er das ohne sein Wissen bzw. seine Erlaubnis abgeschlossene Abo kündigt.

Präventiver Schutz vor Abzocke

Um gar nicht erst in eine Abofalle zu tappen, können Sie bei Ihrem Mobilfunkanbieter eine Drittanbietersperre einrichten lassen. Seit Mai 2012 sind alle Mobilfunkanbieter in Deutschland verpflichtet, auf Wunsch ihrer Kunden Dienste von Drittanbietern kostenlos zu sperren.

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