Vorsicht vor Abofallen!

November 2016

Abofallen sind eine weit verbreitete unseriöse Geschäftspraktik im Internet. Dabei wird das Opfer heimlich mit versteckten Kosten für nutzlose Dienste zur Kasse gebeten. Dabei handelt es sich um Internetangebote, die so trickreich gestaltet sind, dass deren Kostenpflicht für Verbraucher unmöglich zu erkennen ist. In manchen Fällen werden sogar die Seiten seriöser Anbieter nachgemacht.


Statistiken

Internetabofallen sind in Deutschland eine weit verbreitetes Betrugsmethode im Internet. Schätzungen der Verbraucherzentralen zufolge tappen monatlich 20.000 Nutzer in derartige Abofallen.


Laut einer infas-Umfrage vom August 2011 wurden allein in den Jahren 2009 bis 2011 rund 5,4 Millionen deutsche Internetnutzer Opfer einer Internet-Abofalle im Internet.

Eine weitere Studie der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein belegt, dass bereits 22,32 % der 12- bis 21-jährigen Schüler mindestens eine Abofallen-Rechnung erhalten haben.

Der wirtschaftliche Schaden ist enorm: Der durchschnittliche Forderungsbetrag liegt bei ca. 100 Euro. 3,8 % der deutschen Schüler haben bereits eine derartige Forderung beglichen. Wenn man das auf die Schülerzahl im gesamten Bundesgebiet hochrechnet, läge der Schaden demnach bei 36.706.043 Euro. Aber nicht nur Schüler sind betroffen

Wie funktionieren Abofallen?

Die Idee der Abofallen besteht darin, einen Dienst oder eine Menge an Informationen auf der entsprechenden Internetseite gegen ein Entgelt zur Verfügung zu stellen. Irreführend für das Opfer ist, dass vergleichbare Informationen oder Dienste im Internet normalerweise kostenlos zu haben sind.


Angebotene Dienste sind zum Beispiel:

> Hausaufgabenhilfe,

> Tests (IQ, Führerschein etc.)

> Routenplaner,

> Online-Spiele.

> Kochrezepte

> Kostenlose-SMS

> Apps und Software

Registrierung

Wenn der Internetnutzer die angebotenen Dienste nutzen möchte, wird er aufgefordert, sich auf der Webseite zu registrieren und seine persönlichen Daten einzugeben. Die persönlichen Daten braucht der Anbieter, um eine Adresse zu haben, an die er seine Forderungen später senden kann. Bankdaten werden selten direkt angefordert.


Die Angabe der persönlichen Daten wird oft damit gerechtfertigt, dass sie für die Sendung des gewünschten Angebotes notwendig seien. Die Abofallensteller greifen oft zu ähnlichen oder leicht abgewandelten Methoden, um das Opfer zur Registrierung zu bewegen.

Geldforderung

Rechnung

Wenige Wochen nach der Registrierung sendet der Anbieter dem Opfer die erste Rechnung zu. Als klassisches Druckmittel wirft der Anbieter dem Opfer vor, er selbst hätte erkennen müssen, dass das Angebot kostenpflichtig ist, und somit läge der Fehler allein bei ihm.

Untergeschobene Verträge

Das Opfer erhält manchmal auch Rechnungen, obwohl es nie auf der entsprechenden Angebotsseite gewesen war. Ursache kann sein, dass zum Beispiel ein minderjähriges Kind, die Daten eines Elternteil genutzt hat und sich in dessen Namen angemeldet hat.

Abbuchung von der Handyrechnung

Einige Anbieter fragen bei der Registrierung auch die Handynummer mit ab. Auf diese Art versuchen Sie, die Geldforderung mit der nächsten Handyrechnung einfach einzuziehen. Hier hat das Opfer die Möglichkeit die Abbuchung widerzusprechen und eine Tilgungsbestimmung darüber zutreffen, welcher Betrag der Rechnung er widerspricht und welchen Betrag er bezahlt und welchen nicht.

Drohmethoden

Schufa-Eintrag

Falls der Verbraucher die zugesandte Rechnung nicht bezahlt, werden in der Regel Mahnungen gesendet. Diese stammen u.a. von Inkassobüros und Rechtsanwälten. In den Mahnschreiben selbst oder im weiteren Verlauf versucht der Anbieter das Opfer zum Teil mit negativen Schufa-Einträgen sowie mit der Erwirkung eines Mahnbescheids zu drohen, um die Zahlung zu erzwingen. Doch die Drohung mit einem negativen Schufa-Eintrag ist jedoch gesetzwidrig, wenn der Verbraucher seine Pflicht zur Zahlung aus plausiblen Gründen bestreitet.

IP-Adresse

Oftmals gibt der Anbieter an, während der Anmeldung die IP-Adresse des Opfers gespeichert zu haben. Doch mit einer IP-Adresse kann man einen wirksamen Vertragsschlusses jedoch nicht beweisen.

Strafanzeige

Die Betrüger versuchen manchmal psychischen Druck auf das Opfer auszuüben und drohen diese mit einer Strafanzeige. Bleiben Sie unversichert, es isl alles nur Bluff.

Button-Lösung

Die Button-Lösung ist eine im Jahre 2012 eingeführte Regelung zur Förderung der Transparenz im Onlinehandel. Der Internetnutzer soll genau und sicher erkennen können, wenn ein "Klick" Geld kostet. Die Button-Lösung regelt zudem, welche Informationen für die Verbraucher unmittelbar vor Abgabe einer kostenpflichtigen Online-Bestellung in welcher Form bereitgehalten werden müssen. Mit dieser Lösung hat die deutsche Regierung auf den Missbrauch durch sog. Abofallen im Internet reagiert. Die Regelung betrifft neben den gewöhnlichen Online-Handel auch den Handel über Plattformen wie Amazon oder eBay oder auch über Mobilseiten und Apps.

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