Internetsucht: Symptome & Therapie

Dezember 2016

Mit Internetabhängigkeit, auch Internetsucht, wird ein Phänomen bezeichnet, das Internet gesundheitsgefährdend zu nutzen.

Erscheinungsformen

Mindestens drei Bereiche können beim Phänomen Internetsucht beschrieben werden:


> Computerspiele

> Sexuelle Inhalte

> Schriftliche Kommunikation (Chat, Foren etc.)

Internetsucht verursacht wie auch andere Verhaltensstörungen die Vernachlässigung üblicher Lebensgewohnheiten wie etwa soziale Kontakte, persönliche Versorgung und Körperhygiene, da die meiste Zeit im Internet verbracht wird. Im Extremfall kann das Internet zu einem vermeintlich vollständigen Ersatz für andere reale soziale Kontakte, was am Ende zu einer sozialen Isolation führen kann.


Betroffene verheimlichen Ihre Sucht oder wollen sie einfach nicht wahrhaben. Bekannte Entzugserscheinungen sind schlechte Laune, Reizbarkeit, Nervosität, Schlafstörungen oder Schweißausbrüche. Als besonders gefährdet gelten depressive und einzelgängerisch veranlagte Personen. Wenn der Druck des Alltags zu groß wird, kann das Internet eine Fluchtmöglichkeit bieten.

Symptome

1. Exzessiver Gebrauch des Internets: nicht nur über Stunden, sondern über Tage hinweg.


2. Die Gedanken kreisen unentwegt um die Internetaktivität: Selbst wenn der Betroffene im Bett liegt, plant er bereits, was er am nächsten Tag im Internet machen will: Welche Gegner bei Online-Spielen er besiegen soll, welche Fragen er in Internetforen beantworten soll etc.

3. Entzugserscheinungen treten auf: Bereits wenn das Internet nur für wenige Stunden ausfällt, wird der Betroffene gereizt, nervös, oder depressiv.

5. Surfen als Bewältigungsstrategie: Der Betroffene versucht Probleme, Ängste und Stress durch das Internet zu überwältigen.

6. Erkennbare nachlassende Arbeitsleistung: Ob in Schule, Ausbildung oder Beruf.

7. Kontrollverlust: Der Betroffene kann seinen Internetgebrauch nicht mehr kontrollieren, dass heißt, er bleibt länger online, als er sich vorgenommen hatte.

8. Kompletter Rückzug: Virtuelle Freunde in einer zweiten Welt im Netz ersetzen reale Sozialkontakte zu Familie und Freunden.

9. Verleugnen: Der Betroffene versucht seine Krankheit zu verbergen.

Therapie

Bei der Internetsucht handelt es sich um eine psychische Erkrankung, die nur von einem Therapeuten behandelt werden kann. In der Regel geschieht das in ambulanten Gesprächsrunden, wobei die Internetabhängigkeit genauer auf den Grund gegangen wird.


In Extremfällen wird die Internetsucht medikamentös behandelt. Das ist oft in solchen Situationen der Fall, in denen der Betroffene sein zwanghaftes Verhalten in keiner Weise mehr kontrollieren kann.

Wichtig bei der Therapie ist es, den Betroffenen in die reale Welt zurückzuholen. Er muss die erfreulichen wie traurigen Momente seines Lebens akzeptieren. Internetsucht ist eine therapierbare Krankheit, die oft nach wenigen Monaten beträchtliche Besserungen verzeichnet.

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