Wie kommt das Internet auf unsere Handys?

Dezember 2016

Die ersten Jahre des Internets waren Faszination und Geduldsprobe zugleich. Analoge Modems beförderten damals maximal 56 kBit/s. Obwohl Internetseiten damals schjlichter als heute daherkamen, verlief der Seitenaufbau häufig quälend langsam.

Dank dem technischen Fortschritt bietet das Festnetz nun mehrere DSL-Varianten, die Datenübertragungen im Megabit-pro-Sekunde-Tempo möglich machen. Auch Mobilfunknetze bieten Surf-Geschwindigkeiten auf diesem Niveau. Doch wie gelangt das WWW auf Ihrem Handy?


Der lange Weg zum Smartphone

Bevor die Datenübertragung per Funkverbindung zu Ihrem Smartphone zustande kommen kann, müssen die Daten aus dem Internet zunächst in das Netz des Mobilfunkanbieters gelangen. Wenn Sie zum Beispiel mit Ihrem mobilen Browser eine Internetadresse eingeben, rufen sie eigentlich die entsprechenden Daten auf einem Server ab, der sich in einem anderen Ort auf der Welt befindet und an das Internet angeschlossen ist. Von dort beginnt die Reise der Bits nahezu per Lichtgeschwindigkeit durch Glasfaserleitungen - von Router zu Router, bis Sie zu Ihrem Smartphone gelangen.


Letztere ist eine Funkzelle im Netz des Mobilfunkanbieters. Die Daten suchen sich einen Übergang vom Internet in das Netz des Mobilfunkanbieters. Diese Netzübergänge werden auch Internet-Knoten oder Internet Peering Points genannt. Über diese Internet-Knoten laufen alle Daten, die die des jeweiligen Mobilfunkanbieters über das Internet (Internetseite, E-Mail-Verkehr etc.) auf ihre Smartphones laden.

Einmal über diese Peering Points ins Netz des Mobilfunkanbieters gelangt, nehmen die Daten dann ihren klassischen Weg über die UMTS-Netz-Elemente. Zuerst über das sogenannte Transportnetz und danach von der Basisstation (Node B) über die Funkverbindung bis hin zum jeweiligen Endgerät. Im Anschluss wird die Webseite auf Ihrem Display angezeigt. Der gesamte Vorgang dauert zwei bis eine Sekunde!

Website für mobile Nutzung optimieren

Der Weg der Daten über das UMTS-Netz ist nicht der einzige Unterschied zwischen Internet-Session am heimischen Computer mit DSL-Anschluss und Internet auf dem mobilen Gerät. Auch die übertragenen Inhalte können verschieden sein. Wenn Sie mit Ihrem mobilen Browser www.bahn.de aufrufen, werden Sie automatisch auf mobile.bahn.de geleitet. Verglichen mit der Seite, wie Sie sie vom Computer-Bildschirm kennen, ist die mobile Version deutlich schlanker. Grund dafür ist, dass die angesteuerten Web-Adressen automatisch die Browser-Art erkennen, über welche sie aufgerufen werden. Stammt die Anforderung von einem mobilen Browser, übermitteln manche Internetseiten dann automatisch eine datenreduzierte Version ihrer Seite.


Genau diese Optimierung für die mobile Nutzung von Webinhalten und Online-Diensten sind das Erfolgsmerkmal von Apps. Dank Smartphone-Apps brauchen Sie nicht mehr über Ihren Browser auf dem kleinen Display nach der gewünschten Website zu suchen. Einmal auf dem Smartphone installiert reicht ein Klick, und schon bekommen Sie das für die mobile Nutzung optimierte Webprogramm angezeigt.

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